Jeany Katze Photography

Berlin, Reinickendorf. Meine Geschichte,Lost Places, Schottland - Natur- und Tierfotografie aus Berlin von Jeany Katze. Eine Auswahl Ihrer Bilder, findest du in Ihrer Fotogallery. 

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Der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt

Posted on December 13, 2016 at 1:10 PM


Kaum zu glauben, nach Jahren wo man mich nicht auf einem Weihnachtsmarkt finden konnte, weil nie jemand Zeit, Lust oder eine andere Ausrede hatte, habe ich es dieses Jahr doch endlich mal geschafft und konnte damit meinen innerlichen Grinch (für dieses Jahr) vertreiben.

Geplant war es eigentlich mit fast 10 Kollegen gestern auf den Weihnachtsmarkt zu gehen zum Feierabend. Ich hatte mich gut eine Woche lang darauf gefreut, auch weil ich mir ein neues Objektiv für meine Kamera bestellt hatte, was nur auf seinen Einsatz wartete.
Für das kleine SAL50F18 brauche ich nun mal Menschen oder kleinen Tüddelkram mit wenig Licht, damit ich eine schöne Hintergrundsunschärfe kriege und damit auch üben kann.

Nun ja... gestern wars dann soweit, ich wurde wach und es regnete. Meine Laune ging in den Keller und ich packte die Kamera samt Objektive wieder aus und fuhr ins Office.
Kaum war ich da, ging der Himmel auf, die Sonne schien und ich dachte mir "Danke du Doofnuss".
Meine Mutter schrieb mir dann ebenfalls "Schau die Sonne scheint" und ich hatte dann schon gar keine Lust mehr, weil ohne Kamera hätte ich mich richtig geärgert und schrieb ihr das so auch zurück.
Da ich eine sehr liebe Mutter habe, bot sie mir an mir meine Kamera ins Office zu bringen.
Gesagt getan, sie bekam noch eine kleine Rundführung damit sie endlich weiß das es mir da wirklich gut geht und an nichts fehlt (Mütter eben, da wird man für sie nur noch 12 und bleibt für sie 12).

Ich freute mich also wieder, Kamera am Start, der Feierabend kann kommen --- Yeah ---


Nun ja man sagte mir dann, dass das mit dem Weihnachtsmarkt ausfällt weil... der eine nicht kann, der andere keine Lust hat und so weiter...
Ich war wirklich geknickt, auch weil meine Mutter nun umsonst gekommen war und ganz ehrlich... allein über den Weihnachtsmarkt...das hätte mich dann so richtig deprimiert. Ich war eh schon deprimiert und enttäuscht und so wie ich mich kenne, hätte ich mir eine stille treppe gesucht und angefangen zu flennen.

Der Feierabend brach an, ich wickelte mich in meinen Schal und lief zur U-Bahn, rauchte mein Kippchen wie jeden Abend, nur diesmal mit einem Gesicht wie 7 Tage Regenwetter und ein bisschen Pipi in den Augen (jaja ich oller sentimentaler Jammerlappen). In den Ohren laut Farin Urlaub, stand ich vor der Bahnhofstreppe, starrte diesen Kack Weihnachtsbaum wieder an der wieder da stand wie ein Mahnmal und mir "Ällabätsch" morste mit seiner mittlerweile kaputten Lichterkette.

Im rechten Blickwinkel sah ich dann eine Hand fuchteln und es dauerte ein Weilchen bis ich merkte das "ich" gemeint war. Der Kollege dem die Hand gehörte fragte ob ich denn nun auf dem Weihnachtsmarkt gehe und ich verneinte, weil wie schon erwähnt...was soll ich alleine über den Weihnachtsmarkt gehen? Das ist wie alleine ins Kino, oder allein in eine Bar, kann man machen, ist aber scheisse!
Und als ich erwähnte, das ich noch nie in meinem Leben Glühwein getrunken habe, konnte er das gar nicht glauben. Aber ich habe wirklich noch nie in meinem Leben Glühwein getrunken. Liegt daran, das ich damals noch Minderjährig war und an der Tatsache das ich dann nicht mehr auf Weihnachtsmärkte ging.

Ich fand es sehr lieb, als er fragte ob wir nicht kurz rüber gehen wollen, denn so könnte ich Fotos machen und mein Objektiv testen und endlich mal Glühwein probieren.
Irgendwie hatte ich da schon wieder Pipi in den Augen, weil zum einen hätte er das nicht machen müssen, weil er bestimmt müde von der Arbeit war und zum anderen ja auch einen weiten Heimweg hat und es kalt war.
Aber ich freute mich auch in dem Moment wie ein kleines Kind im Bonbon-Laden.

Leider wars es ziemlich voll. Der Markt ist aber auch klein. Viele Gerüche stiegen mir in die Nase und überall kleine Tüddelkram der leuchtete, blinkte oder total kitschig war. Die Sachen die mir dann gefielen, waren einfach abartig teuer, obwohl ich Überlege mir das Holz-Eichhörnchen zu holen. Das nenne ich dann Hörni und stelle es mir auf meinen Schreibtisch, weil ich kein echtes Eichhörnchen haben kann.

Ich hatte zumindest richtig viel Spaß und konnte sogar ein paar gute Fotos machen, trotz des Gedrängels und das Beste... ich konnte endlich mal Glühwein probieren.
Ich wählte den Kirschglühwein für mich, mein Kollege den Normalen und ich muss sagen, Kirschglühwein gehört nun zu meinen neuen Lieblingen. Den Normalen Glühwein allerdings krieg ich nicht runter, was wohl am Zimt liegt, komisch dabei mag ich Zimt, besonders auf Franzbrötchen.

Gegen kurz nach 20 Uhr und einigen Fotos reicher ging es ab nach Hause, wobei mein Heimweg sich noch in die Länge zog, da die U8 in meine Richtung nicht fuhr.


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